Wir sehen uns auf dem Wasser – Gute Vorsätze

Wer sich in diesen frühen Januartagen durch die Meinungs- und Feuilletonseiten der Tages- und Wochenpresse liest, kommt um das Thema gute Vorsätze und deren sehr begrenzte Halbwertszeit nicht herum. Das meiste davon sind ziemlich verrostete Teflonpfannen, die für den multimedialen Meinungsmarkt mit einer neuen Jahreszahl versehen und dem jeweiligen Modetrend angepasst werden. Eine schöne Ausnahme hiervon macht Carolin Emcke, die in der ersten Wochenendausgabe der Süddeutschen auf den allseits bekannten Widerspruch aufmerksam macht, dass die Wahrscheinlichkeit ein gesetztes Ziel zu erreichen sinkt, je banaler dieses ist. Wenn sich der paddelnde Mensch danach also Ziele setzt, sollten diese sich also nicht auf „will mich wieder mehr bewegen“ beschränken. Ein Wintereinbruch und das Ganze ist schon wieder hinfällig, denn wenn es im März wieder eisfrei ist, kann sich keiner mehr erinnern. Mein Kurzzeitgedächtnis ist dafür jedenfalls nicht gemacht.

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Das vergangene Jahr habe ich kurz vor seinem Ablauf nachträglich zu meinem Pausenjahr erklärt – eine Verklärung für eine ausgewachsene Motivationsdelle. Ich hätte auf den Begriff auch verzichten können, aber irgendwie sah ich mich in einem Rechtfertigungszwang. Das Dumme an Pausen ist nur, das sie definitionsgemäß ein Ende haben und ein Pausenjahr endet nunmal in der Silvesternacht. Ich steige also wieder ins Boot und werde jedenfalls 2015 das Paddel noch einmal in die Hand nehmen. Mein Vorsatz: Ich fahre einmal am Stück um Hiddensee rum. Das ist nicht ganz banal und vielleicht klappt es ja. Die Karten liegen auf Tisch.

Wir sehen uns auf dem Wasser!