Kaffee- und Kuchenfahrt 2012

Ausdauer beim Seekajakfahren ist gerade unter Sicherheitsaspekten wichtig. An der Ostseeküste sagt man: „Wer nicht aus dem Stand 25 Kilometer am Stück paddeln kann, der braucht gar nicht erst auf die Wismarer Bucht gehen.“ So weit so gut. Aber  Paddeltouren, die deutlich über 30 Kilometer gehen, sind nicht jedermanns Sache. Richtig dünn wird die Luft, wenn man Paddlerinnen und Paddler sucht, die sich an eine Tagesetappe von über 50 Kilometer wagen. Dabei meine ich nicht diese Flusskreuzfahrten, wo man aufs Wasser geht, drei Paddelschläge macht, in der Fahrwassermitte das Heckruder auswirft und am Zielort mit dem Bemerken aussteigt, so anstrengend sei es doch gar nicht gewesen. Nein, ich spreche von den echten strömungsfreien Fünfzigeretappen, wo Kilometer um Kilometer erarbeitet werden muss, so wie ein Gomeztor in einem Spiel gegen Portugal. Hierzu bot sich heute die Gelegenheit bei der Kaffee- und Kuchenfahrt des TKV Berlin. Obwohl schon seit Monaten im Fahrtenprogramm gelistet, hielten sich die Anmeldungen in Grenzen, zumal es über das Vereinsgelände raunte: „Schinderei“. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass wir heute morgen zu viert an den Start gehen konnten und neben Sebastian, Mario und mir Catharina als einzige Frau dabei war. Die Kaffee- und Kuchenfahrt ist im Bewußtsein des TKV noch nicht fest verankert, fand sie erstmalig  – eher ungeplant – im September 2009 statt, als Daniel und ich am Lehnitzsee im Eiscafe Dietrich pausierten und dort hervoragenden Kaffee und Kuchen serviert bekamen. Damit ist auch schon die Streckenführung beschrieben: Vom Bootshaus des TKV geht es zu eben diesem Eiscafe und dann zurück. Insgesamt sind 54 Kilometer zu absolvieren. Die einzige navigatorische Schwierigkeit kann auftreten, wenn der Magnetkran des Stahlwerks in Henningsdorf passiert wird und der Kompass eine Ablenkung von bis zu 90 Grad aufweist. Da die Tour über weite Strecken über die kanalmäßig begradigte Havel verläuft, kann man sich ganz auf das Paddeln konzentrieren und wird nicht durch übermäßigen Naturschnickschnack abgelenkt. Die erste Hälfte war so nach vier Stunden erledigt. Fast ein Schnitt von sieben km/h, was schon ziemlich gut ist. Nach Schweinesteak, Matjes „Hausfrauenart“, Kuchen und Eis dauerte die Rückfahrt erwartungsgemäß etwas länger, aber viereinhalb Stunden sind unter diesen Bedingungen auch nicht langsam.

Alles in allem eine gelungene Fahrt. Kritik am Fahrtenleiter hagelte es trotzdem, hatte er doch vergessen, bei Dietrich an den Kaffee zu denken.

3 Gedanken zu „Kaffee- und Kuchenfahrt 2012

  1. Hi Gero,
    danke für Deine „ausdauernde“ Beschreibung Eurer Coffee & Cake Tour!
    Könnte man vielleicht die anzahl der Paddler-Innen erhöhen, indem man auch andere Vereine um den Tegeler See herum im nächsten Jahr einbindet? (Z.B. Treff am grossen Wall).
    Ich würde gerne einen Wanderfahrt-Eintrag beim TiB-Haselhorst für 2013 machen!
    happy paddling
    thomas

    • Hej hej Gero und Thomas,
      prima Idee, da wäre ich auch dabei – und sicher auch noch einige andere Zugvögel. Vorletzte Woche habe ich die Tour von unserem Bootshaus aus mit (TKV-)Dirk unternommen, obwohl wir bei heftigem Regen eine Weile unter der A 111-Brücke abgewartet und überlegt haben, ob wir wirklich weiterpaddeln sollen. Aber als wir am Lehnitzsee ankamen, hörte der Regen passenderweise auf und die Rückfahrt – mit einem kleinen Abstecher zur Briese – war richtig schön. 🙂
      Viele Grüße
      Susanne

  2. Pingback: (Fast) 100 – In großem Bogen rund Potsdam | Grönlandpaddel(n)

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